Beleihungsauslauf und Bonität: Die Stellschrauben der Konditionen
Warum zwei Kunden für dieselbe Summe unterschiedliche Zinsen bekommen. Die zwei Faktoren, die Sie kennen und nutzen sollten.
Zwei Kunden fragen dasselbe Darlehen für dasselbe Objekt an und erhalten trotzdem unterschiedliche Zinsen. Für Laien wirkt das willkürlich, für Vermittler ist es erklärbar. Zwei Faktoren beeinflussen die Konditionen besonders stark: der Beleihungsauslauf und die Bonität. Wer beide versteht, kann in der Beratung gezielt an den richtigen Stellen ansetzen.
Dieser Beitrag erklärt beide Größen, zeigt, wie sie zusammenwirken, und wie Sie das Wissen nutzen, um für Ihre Kunden bessere Angebote zu finden.
Beleihungsauslauf verschieben und Wirkung sehen
Der folgende Regler zeigt schematisch, wie der Beleihungsauslauf die Ausgangslage für die Konditionen verändert. Die Darstellung ist illustrativ und stellt keine konkrete Zinsaussage dar.
Der Beleihungsauslauf
Der Beleihungsauslauf beschreibt das Verhältnis zwischen dem Darlehen und dem Wert der Immobilie, genauer dem Beleihungswert, den die Bank ansetzt. Vereinfacht gesagt: Wie viel Prozent des Objektwertes werden über das Darlehen finanziert? Ein niedriger Beleihungsauslauf bedeutet, dass viel Eigenkapital eingebracht wird und die Bank ein geringeres Risiko trägt.
Für die Konditionen ist das entscheidend. Je niedriger der Beleihungsauslauf, desto günstiger sind in der Regel die Zinsen, weil das Ausfallrisiko der Bank sinkt. Bestimmte Schwellen wirken dabei besonders stark. Sinkt der Auslauf unter eine dieser Marken, kann sich der Zins spürbar verbessern. Genau hier liegt ein Beratungshebel: Manchmal lohnt es sich, etwas mehr Eigenkapital einzubringen, um unter eine solche Schwelle zu kommen.
Die Bonität
Die Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit des Kunden, also die Wahrscheinlichkeit, dass er das Darlehen zuverlässig bedient. Sie speist sich aus mehreren Quellen: dem Einkommen und dessen Stabilität, der bisherigen Zahlungshistorie und Auskunfteien wie der Schufa. Eine gute Bonität signalisiert der Bank Sicherheit und wirkt sich positiv auf die Konditionen aus.
Anders als der Beleihungsauslauf lässt sich die Bonität kurzfristig weniger stark beeinflussen. Dennoch gibt es Ansatzpunkte: Bestehende Kleinkredite können vor der Finanzierung getilgt, negative Einträge geprüft und, falls fehlerhaft, korrigiert werden. Auch die saubere Darstellung stabiler Einkünfte gehört dazu.
Wie beide zusammenwirken
Die beste Ausgangslage. Hier sind die attraktivsten Konditionen erreichbar.
Machbar, aber mit Aufschlag. Mehr Eigenkapital kann die Konditionen verbessern.
Das eingebrachte Eigenkapital kann eine schwächere Bonität teilweise ausgleichen.
Die beiden Faktoren wirken nicht isoliert, sondern zusammen. Ein Schwächepunkt lässt sich oft durch eine Stärke an anderer Stelle abmildern. Diese Zusammenhänge zu kennen, ist der Kern einer guten Strukturierung.
So nutzen Sie das in der Beratung
Analysieren Sie zu Beginn beide Größen. Wie hoch ist der Beleihungsauslauf, und lässt er sich durch mehr Eigenkapital unter eine günstige Schwelle drücken? Wie stellt sich die Bonität dar, und gibt es Punkte, die sich vor der Finanzierung verbessern lassen? Aus diesen Antworten ergibt sich, wie Sie den Fall aufstellen.
Häufige Fragen
Beide zählen. Sie wirken zusammen, und ein Faktor kann den anderen teilweise ausgleichen. Eine pauschale Rangfolge gibt es nicht.
Oft ja, besonders wenn dadurch eine günstige Schwelle beim Beleihungsauslauf erreicht wird. Es sollte aber genug Reserve bleiben.
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